Chronik

DJK_1.Fussballmannschaft_1928-29

DJK 1.Fussballmannschaft 1928/1929

1920 – 2010: 90 Jahre DJK Bad Homburg

Das Jahr 1920: Nach dem 1. Weltkrieg fanden die Menschen eine veränderte Welt vor. Die alten Gesellschaftsstrukturen mit den bisher gekannten Wertvorstellungen existierten nicht mehr. Es begann eine Zeit der Neuorientierung, die alle gesellschaftlichen Bereiche erfasste und in der man nach Wegen suchen musste, die in eine bessere und glücklichere Zukunft führen sollten.

Auch die deutsche katholische Jugend, der durch ihre konfessionelle Bindung bisher enge Grenzen gesetzt waren, wurde vom Wandel der Zeit erfasst. Sie musste sich umorientieren, um die neugestellten Aufgaben der Zukunft meistern zu können. Die Mitglieder des katholischen Jünglingsvereins und des Gesellenvereins begannen schon 1919 einen regelmäßigen Sportbetrieb aufzubauen. Am Sonntagnachmittag wurde im Schulhof Faustball und Schlagball gespielt.

Zuerst wurden diese ersten sportlichen Veranstaltungen als Sonntagnachmittag-Vergnügen durchgeführt. Die Jugend konnte man jedoch nur kurz begeistern, sie suchte den sportlichen Wettkampf. Als 1920 die Deutsche Jugendkraft gegründet worden war, bot sich den Kirdorfer Sportlern das gewünschte Betätigungsfeld.

Der Ruf des Prälaten Karl Mosterts fand in Kirdorf ein gut vorbereitetes Aufnahmefeld. Im Frühjahr 1920 organisierten sich unter der Führung von Franz Anton Braun (Michel) zwanzig, kaum fünfzehn Jahre alte sportbegeisterte Burschen. Sie gründeten die Deutsche Jugendkraft Kirdorf. In vielen Taunusorten und in Frankfurt entstanden im gleichen Jahr weitere DJK-Vereine, zu denen man Verbindung aufnahm. Im Sommer 1920 war es dann soweit. Der erste Wettkampf stand bevor.

Voller Begeisterung wanderten elf sportbegeisterte Fußballer an einem heißen Juni-Sonntag nach Königstein, um das erste Fußballspiel des jungen Vereins auszutragen. Mit Bravour bestanden sie diese Feuerprobe, das sportliche Leben der DJK Kirdorf nahm seinen Anfang.

Ähnlich mühsam wie der Weg für die jungen Fußballer zu ihrem ersten Fußballspiel sollte sich die Zukunft des Vereines erweisen. In den folgenden Jahren stellten sich den Sportlern viele Hindernisse entgegen. Doch unbeirrt und besessen von ihrer Idee, gingen sie den eingeschlagenen Weg weiter. Leider fehlte es an geeigneten Sportstätten. Ein unerwartetes Geschenk der Forstverwaltung löste dieses Problem. Der Verein erhielt die Erlaubnis, ein kaum gerodetes Waldstück an der Saalburg-Chaussee (Sportplatz an der Obermühle) zu einem Fußballfeld auszubauen. Mit Begeisterung bauten sich die Mitglieder ihren Sportplatz. Gemeinsam mit den Sportlern vom 1. FC Viktoria 08 konnte man bald den Sportplatz an der Obermühle nutzen.

Langsam fand man zu einem geordneten Sportbetrieb. In naher und weiterer Umgebung bildeten sich weitere DJK-Vereine. Von dieser Entwicklung profitierten auch die Kirdorfer. Immer mehr sportbegeisterte Freunde schlossen sich dem Verein an. Im Jahr 1925 übernahm Heinrich Baumbach den Vorsitz. Mit ihm stand nun ein Mann an der Vereinsspitze, der all seine Kraft für die Weiterentwicklung einsetzte.

Seinem Bemühen war es zu verdanken, dass eine Fußballjugendmannschaft, eine Turn-, und eine Leichtathletikgruppe aufgestellt werden konnten. In der Turnhalle des Homburger Gymnasiums wurden die Turnstunden abgehalten. Albert Zellekens – später Kunstturnwart des DTB – trainierte die DJK-Riege. Die Leichtathleten trainierten im Jubiläumspark. Sie nahmen aktiv an großen Sportfesten teil und konnten viele Erfolge verzeichnen.

Kern des sportlichen Lebens der DJK Kirdorf blieben aber die Fußballer. In den späten 1920er-Jahren durften sie sich zu den Führenden ihres Bereiches zählen. Der größte Erfolg stellte sich in der Spielzeit 1928/29 ein. Die erste Mannschaft wurde Gau- und Kreismeister und erwarb die Teilnahmeberechtigung zur südwestdeutschen Meisterschaft. In langen Fahrten mit klapprigen LKWs steuerte man die über ganz Hessen verstreuten Spielorte an. Die Mannschaft erspielte sich die Teilnahme am Endspiel um die südwestdeutsche Meisterschaft. Das Spiel wurde in Viernheim gegen Saarbrücken ausgetragen und ging verloren.

Angespornt von den Erfolgen der Fußballer taten sich auch die Turner und die Leichtathleten des Vereins hervor. Aus den besten Turnern des DJK-Verbandes wurde unter der Leitung von Albert Zellekens die Carl-Mosterts-Riege gebildet. Die Kirdorfer Turner August Krack, August Denfeld und Heinrich Faller standen in der Auswahl.

In den Jahren 1928/29 wurde vom Turnverein der Staffellauf „Rund um Kirdorf“. organisiert. Den ausgesetzten Wanderpokal konnten die Leichtathleten der DJK zweimal gewinnen. Nach dem dritten Lauf kam es zu bedauerlichen Verstimmungen zwischen den drei Kirdorfer Sportvereinen, so dass der Lauf nicht mehr wiederholt wurde. In den folgenden Jahren hatten alle Kirdorfer Sportvereine ein großes Wachstum zu verzeichnen. Dies hatte zur Folge, dass die Kapazitäten des Sportplatzes an der Obermühle erschöpft waren. Die DJK suchte nach möglichen Lösungen und gründete 1931 einen Arbeitsausschuss mit der Aufgabenstellung, ein eigenes Sportgelände zu errichten. Schon bald hatten diese Bemühungen Erfolg. Durch die tatkräftige Unterstützung des Mitgliedes Heinrich Molitor (Cafe Molitor) und das Entgegenkommen des Grundstücksbesitzers, Herrn Proescholt aus Friedrichsdorf, konnte am oberen Rotlaufweg ein geeignetes Grundstück gefunden werden.

Mit dem Erhalt des Grundstückes war jedoch nur der Grundstein zum neuen Sportplatz gelegt. Mit leerer Vereinskasse und auf die freiwillige Mitarbeit der Mitglieder vertrauend ging man das Wagnis ein, einen eigenen Sportplatz zu bauen. Etwa 2.000 cbm Erde mussten bewegt, etwa 200 qm Wald abgeholzt werden. Nach fast einjähriger Bauzeit war das Werk gelungen. Aber in den Stolz mischte sich die Sorge um die Entwicklung in Deutschland. Die politischen und moralischen Grundsätze des DJK-Verbandes waren so gegensätzlich zu den Zielsetzungen der zukünftigen Machthaber, dass man mit Restriktionen rechnen musste. Die Bedenken waren berechtigt – kurz nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 wurden die Auswirkungen des Umbruchs spürbar.

Erste Gegensätze traten schon bei der geplanten Einweihung des neuen Sportplatzes zu Tage. Um das Hissen der Hakenkreuz-Fahne zu umgehen, wurde die Feier vom Vorstand der DJK Kirdorf abgesagt. Trotzdem begann man, auf dem neuen Platz zu spielen. Doch die Sorge um die Vereins-Zukunft war ein ständiger Wegbegleiter. 1935 mussten der Reichsverband der DJK und seine Ortsvereine ihre Selbstständigkeit aufgeben und sich dem Reichsbund für Leibesübungen anschließen.

Fortan spielte die DJK Kirdorf in der A-Klasse des Süddeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes. Mit Erfolg bewährte sich der Verein auch in der neuen Umgebung. Am Ende der ersten Spielserie belegte man den dritten Tabellenplatz und hatte freundschaftliche Beziehungen zu anderen Vereinen aufgenommen.

Dennoch kam 1935 das Ende des Vereins. Der Landrat des Obertaunuskreises verbot das öffentliche Auftreten und Wirken der konfessionell gebundenen Jugendverbände. Jede sportliche Betätigung musste von nun an eingestellt werden. Die Gestapo beschlagnahmte die Vereinsbücher und die Vereinskasse. Der vorausschauende Kassierer hatte vorgesorgt. Die Kasse enthielt nur noch 37 Reichspfennige. Vorerst bezog sich das Verbot der DJK nur auf den Obertaunuskreis. Die Frankfurter Vereine konnten ihren Sportbetrieb durchführen. In freundschaftlicher Verbundenheit erlaubte man der DJK Kirdorf, den Platz in Frankfurt Griesheim zu benutzen. Der Verein hatte vorübergehend eine neue Heimstatt gefunden und spielte dort weiter Fußball. Die Mitglieder beugten sich nicht dem Druck des Regimes, in Verbundenheit hielten sie der DJK die Treue.

Doch einmal spielte die DJK Kirdorf noch auf ihrem Platz am Rotlaufweg. An Pfingsten 1936 erteilte der Landrat eine Sondergenehmigung, um ein Fußballspiel gegen eine DJK-Mannschaft aus Saarbrücken auszutragen. Die Gründe für die Genehmigung solcher Veranstaltungen waren eindeutig: 1936 stand das Saarland kurz vor der Eingliederung in das Reichsgebiet. Die dortige Bevölkerung sollte durch den Sport positiv für die bevorstehende Volksabstimmung beeinflusst werden. Danach folgte allerdings das endgültige Aus. Die bis dahin verschont gebliebenen Frankfurter Vereine mussten ebenfalls ihre Tätigkeit einstellen und damit war die DJK Kirdorf zur Untätigkeit verurteilt.

1936 schöpfte man Hoffnung: Der Reichssportführer ließ verkünden, falls die DJK-Vereine die Satzung des nationalsozialistischen Sportverbandes annähmen, könne ein Weiterbestehen geprüft werden. In einer außerordentlichen Generalversammlung lehnten die DJK-Mit­glieder dies jedoch einstimmig ab. Lieber wollte man dem Sport entsagen, als sich dem Hitler-Regime zu beugen. Mit der Ablehnung hatten die Mitglieder das Urteil selbst gesprochen. Der grüne Rasen war den Sportlern verwehrt, den Turnern blieb die Turnhalle verschlossen.

Dennoch sollte der Verein weiterleben. Man begann regelmäßig unter Ausschluss der Öffentlichkeit Tischtennis zu spielen und traf sich mit DJK-Freunden aus den Nachbarvereinen. Der Vorstand kam trotz des Verbotes regelmäßig zusammen und beriet insbesondere, wie man in dieser schweren Zeit den im Verein organisierten Jugendlichen helfen konnte. Um Möglichkeiten einer weiteren sportlichen Betätigung zu erörtern, suchte der Vorstand der DJK den Kontakt mit den Kollegen des FC Viktoria 08.

Als Ergebnis dieser Verhandlungen konnte den DJK-lern nur empfohlen werden, als Einzelmitglied dem FC Viktoria 08 beizutreten. Der Vereinsbetrieb ruhte fortan vollkommen. Der Verein stimmte aber niemals einer Selbstauflösung zu. Während des 2. Weltkrieges kam das Vereinsleben in Deutschland fast ganz zum Erliegen. Erst nach den schrecklichen Kriegsjahren begann ein langsamer Neuanfang. Noch 1945 organisierten sich die Kirdorfer Jugendlichen in der Katholischen Jugend und der Kolpingfamilie. Nur ein Jahr später wurden Überlegungen angestellt, die DJK Kirdorf wiederaufleben zu lassen.

Noch zögerte man, weil von der Verbandsleitung der DJK-Vereine in Düsseldorf noch keine klaren Aussagen über die zukünftigen Organisationsformen gegeben werden konnten. Erst im Jahr 1948 berief der Verband in Fürstenfeldbruck eine Versammlung ein, in der die Richtlinien für die zukünftige Arbeit festgelegt wurden. Gegen anfängliche Widerstände setzte Prälat Ludwig Wolkert durch, dass der DJK-Verband nicht mehr als selbstständiger Sportverband, sondern eingebunden in die Landessportverbände, seine Arbeit aufnehmen sollte. Der eingeschlagene Weg sollte sich als richtig erweisen.

Genau wie 1920 erhob die Kirdorfer katholische Jugend die Forderung nach der Möglichkeit sportlicher Betätigung. In den Vorständen der anderen Vereine gab es Widerstände gegen diese Bestrebungen. Doch schon bald wurde von der Kolpingfamilie eine Tischtennisplatte angeschafft und eine Tischtennisgruppe ins Leben gerufen.

Nicht lange danach wurde der Wunsch geäußert, wieder Fußball zu spielen. Von denen, die 1935 den Untergang der alten DJK miterlebten, wurde dieses Ansinnen freudig aufgenommen. Ferdinand Kaltenhäuser, August Birkenfeld, Heinrich Braun, Willy Happel und Karl Weiser, die schon dem Vorstand der alten DJK angehörten, setzten sich zusammen und berieten das Wiederaufleben der Vereinstätigkeit.

Am 12.06.1950 trafen sich ehemalige Mitglieder und neu gewonnene Freunde im Grünen Baum. Der Einladung waren insgesamt 68 Freunde gefolgt, die sich sogleich als Mitglieder eintrugen. Die Versammlung beschloss das Wiederaufleben der DJK. Zum Vorsitzenden wurde Ferdinand Kaltenhäuser gewählt. Unter dessen Leitung suchte man wieder den Kontakt zu anderen DJK-Vereinen.

Bald waren es zwölf DJK-Vereine, die ihre Arbeit wieder aufgenommen hatten. Die Vereinsvertreter trafen sich 1950 in Offenbach und beschlossen vorübergehend, bis die Verhandlungen über die Aufnahme in den Landessportbund abgeschlossen waren, eine eigene Spielrunde zu gründen.

1952 war es dann soweit, die DJK Kirdorf wurde als SV Helvetia in den Landessportbund aufgenommen und der B-Klasse Obertaunus-Main Taunus zugeteilt. Der Start war schwierig, Sonntag für Sonntag gab es hohe Niederlagen. Bis in die frühen 1960er-Jahre dauerte die Lehrzeit. 1962 musste sogar der Abstieg in die C-Klasse hingenommen werden. Doch im Laufe der Jahre und nicht zuletzt durch ein gutes Vereinsklima stellten sich Erfolge ein.

1963 schaffte man sofort wieder den Aufstieg in die B-Klasse Obertaunus, in der die Mannschaft in den nächsten Jahren immer um den Aufstieg spielte. 1969 konnte die Mannschaft den Kreispokal gewinnen. Das Endspiel wurde mit 2:1 gegen unseren Nachbarverein, die SG Kirdorf gewonnen.

Die 1970er-Jahre begannen mit dem 50-jährigen Vereinsjubiläum. Gleichzeitig erfreute sich der Verein eines beachtlichen Wachstums. Am 16.Juni 1972 wurde die Aufnahme als DJK beim Landessportbund (LSB) beantragt und genehmigt. Die 1. Fußballmannschaft wurde in der Saison 1972/73 Meister der B-Klasse Obertaunus-Usingen. 1976 gelang dann sogar der Aufstieg in die Bezirksklasse Frankfurt-West, welche man jedoch nach einem Jahr wieder verlassen musste. Mit Beginn der Spielzeit 1977/78 spielte man anschließend in der Kreisliga A, Gruppe 5 Frankfurt.

Als im Jahr 1973 der bisherige Vorsitzende Ferdinand Kaltenhäuser verstarb, wurde Willi Bornkessel zum neuen 1.Vorsitzenden der DJK Kirdorf gewählt. Unter seiner Leitung expandierte der Verein enorm. Er wurde mit über 800 Mitgliedern zum größten Verein der Diözese Limburg. Das Spektrum der Abteilungen wurde, nachdem 1952 die Tischtennis-Abteilung und 1968 die Damengymnastik-Abtei­lung gegründet worden waren, um die Herrengymnastik (1973), die Leichtathletik (1974) die Jazzgymnastik (1975) und die Volleyball-Abteilung (1977) erweitert.

Nach der erfolgreichen Ära Willi Bornkessel begann ein neuer Abschnitt. Bei der Jahreshauptver­sammlung im März 1980 wurde Franz-Josef Ament zum neuen 1.Vorsitzenden gewählt. Er war bereits einige Jahre als 2. Vorsitzender tätig. Zu Beginn seiner Amtszeit, im Mai 1980, gelang der Fußball-B-Jugend der Aufstieg in die Hessenliga. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Vereins wurde im Jahr 1980 am heimischen Sportgelände am Wiesenborn eine Sportwoche veranstaltet.In den Folgejahren kamen neue Abteilungen hinzu: Im Jahr 1982 gab es Rugby bei der DJK. 1983 entstand die bis heute erfolgreiche Mutter und Kind-Turnen-Abteilung. Die Mitgliederzahl des Gesamtvereins belief sich zu dieser Zeit auf über 900. Speziell im Jugendfußball feierte man regionale Erfolge. Und die 1. Fußballmannschaft stieg in die Bezirksliga Frankfurt West auf (Saison 1982/83). Im Sommer 1983 wurde das Clubhaus am Wiesenborn umgebaut, so dass mehr Raum und Möglichkeiten für die Vereins- und die Sportarbeit entstand. Erfolge hatte aber auch die Tischtennis-Abteilung zu verzeichnen. In den 1980er Jahren richteten die Kirdorfer mehrere Diözesansportfeste aus, veranstaltete Leichtathletikwettkämpfe, organisierte ein Spielfest für Behinderte und Nichtbehinderte und auch das erste DJK-Skatturnier wurde erfolgreich durchgeführt.

Die Gründung der Karate-Abteilung erfolgte ebenfalls. Sie wandelte sich später in die Kickbox-Abteilung um und feierte enorme sportliche Erfolge. Neben zahlreichen hessischen Meistertiteln konnten deutsche Meisterschaften von Ulrike Bernhard und Georg Ahbel (1992 und 1994) errungen werden. Die Rugbymannschaft stieg bis in die Oberliga Hessen auf. Dabei wurde Thomas Alles in die Rugby-Jugend-Nationalmann­schaft berufen.

In dieser Zeit wurden aber auch weitere Abteilungen ins Leben gerufen. So bildete sich 1988 der bis heute regelmäßig aktive Seniorenstammtisch. Aufbauend auf Mutter- und Kind-Turnen wurde Kinderturnen angeboten. Und eine Badminton-Gruppe startete das Training.

Aber der Fußball blieb weiterhin das Aushängeschild. Ein Höhepunkt war ein Freundschaftsspiel im Juli 1989 gegen Eintracht Frankfurt. Am Sportplatz am Wiesenborn versammelten sich rund 2.000 Zuschauer. Grund für das Spiel war der damals neu gestaltete Rasenplatz. Unter dem damaligen Jugendleiter Chris­tofer Wehrheim (von 1984 bis 1990 und von 1994 bis 1998) feierte die Fußballjugend zahlreiche Kreismeisterschaften in allen Altersklassen und wurde auch vom Hessischen Fußball Verband speziell ausgezeichnet.

Im November 1993 verstarb das letztes Gründungsmitglied Valentin Herget. Genau zu dieser Zeit kam es bei den Fußballern zu einem noch nie erlebten Höhenflug. Unter Trainer Rainer Stumpf gelang in der Saison 1995/96 als Meister der Bezirksliga Hochtaunus zunächst der Aufstieg in die Bezirksoberliga Frankfurt/West. Und in der Saison 1999/2000, also exakt zum 80-jähr­igen Vereinsjubiläum schaffte die Mannschaft sogar erstmals den Sprung in die Landesliga Süd. Dank der engagierten und professionellen Arbeit von Manager Rolf Voigt gelang es diese Klasse acht Jahre zu behaupten.

Nach dem Abstieg in der Saison 2007/08 in die Gruppenliga West (früher Bezirksoberliga) wollte der Wiederaufstieg nicht klappen. Zweimal ging man als Zweiter der Tabelle durchs Ziel und scheiterte jeweils knapp in der Relegation. Zwischenzeitliche Highlights blieben jedoch in dieser langen, vom Erfolg gekennzeichneten Phase nicht aus. So gewann die DJK im Winter 2002/03 sieben über ganz Hessen verteilte Hallenturniere in Reihenfolge. Selbst der „Bild“-Zeitung war dies eine Erwähnung wert. Und im Jahr 2008 stand man, nach dem Gewinn des Kreis-, Bezirks- und des Regionalpokals, sogar im Halbfinale des Hessenpokals. Dort unterlag die DJK unglücklich mit 2:3 gegen die vier Klassen höher spielende Mannschaft vom SV Darmstadt 98.

Iwischenzeitlich hatte auch der Vorsitzende gewechselt. Nach 24 Jahren übergab Franz-Josef Ament im Jahr 2004 das Führungszepter erstmals an eine Frau. Monika Kaiser, die schon seit 1988 als seine Stellvertreterin arbeitete und den Geschäftsbetrieb seit vielen Jahren organisierte, übernahm die Vereinsspitze. Sie treibt den Verein seit dieser Zeit mit unglaublichem Elan und Engagement voran. Der bisherige Vorsitzende wurde zum Eh­renvorsitzenden ernannt und stand bis zu seinem Tod dem Verein immer mit Rat und Tat zur Seite. Franz-Josef Ament srab am 27. Januar 2011, nach einer kurzen, schweren Krankheit. Noch wenige Wochen vorher hatte er an der Weihnachtsfeier des DJK-Vorstands teilgenommen und allen Anwesenden für ihre Arbeit gedankt.

Mit der Rückkehr von Christofer Wehrheim auf den Posten des Fußball-Jugendleiters im Jahr 2006 erlebte auch diese Abteilung wieder ein rasantes Wachstum. Sie ist mit knapp 400 aktiven Mitgliedern die größte Einzelabteilung im Verein. Der Start des Mädchen-Fußballs (2007) trug dazu ebenso bei wie das schon dreimal ausgerichtete Fußball-Camp (ab 2008). Dabei tummelten sich jeweils rund 100 Kinder an vier Tagen (während der Schulferien) vom Frühstück bis zum späten Nachmittag auf dem Fußballplatz. Sportlicher Höhepunkt war aus Sicht der Fußball-Jugend aber das Spieljahr 2008/2009. Mit A-, B- und C-Ju­gend holten die drei ältesten Jahrgänge jeweils die Kreismeisterschaft an den Wiesenborn. Dies gelang vorher keinem Verein im Hochtaunuskreis.

Doch auch andere Abteilungen feierten zwischenzeitlich. So besteht beispielsweise die Gymnastik-Ab­teilung seit mehr als 40 Jahren. Viele Abteilungs-Mitglieder sind seit dem Gründungsjahr 1968 ohne Unter­brechung dabei und nehmen an der wöchentlichen Übungsstunde teil. Und wenn der Vorstand um Hilfe für den Gesamtverein ruft, sind die Damen um die rührige Abteilungsleiterin Rita Hartmann stets zur Mitarbeit bereit. Unzählige Arbeitsschichten bei der Bewirtung der Kirdorfer Kerb seien hier nur exemplarisch genannt.

Ab 2009 musste die DJK allerdings am Wiesenborn ohne Sportheim und nahezu ohne Umkleidemöglichkeiten auskommen. Lediglich einige Container konnten provisorisch genutzt werden. Denn das alte Sporthaus in der Landgrafenstraße musste weichen. Es war deutlich in die Jahre gekommen und genügte schlicht nicht mehr den Ansprüchen der Zeit. Glücklicherweise erklärte sich die Stadt Bad Homburg bereit, den Neubau errichten zu lassen.

Das 90-jährige Jubiläum und die 60-jährige Wiedergründung wurde mit einem Festwochenende am heimischen Sportplatz am Wiesenborn gefeiert. Nur wenige Tage vorher konnten die Vorstände der SGK und der DJK das neue, hochmoderne Vereinsheim und ein perfekt ausgestattetes Funktionsgebäude mit Umkleide- und Jugendräumen von der Stadt Bad Homburg übernehmen. Damit ist die Grundlage geschaffen, dass die DJK auch in den kommenden Jahren erfolgreich arbeiten kann.

Mit einem Stand von mehr als 900 Mitgliedern sieht sich die DJK SV Helvetia Bad Homburg-Kirdorf auf ihrem bisherigen Weg bestätigt. Die Kombination aus leistungsorientierten Sportangeboten, wie dem Senioren-Fußball, dem Engagement für die Jugend und einer großen Palette im Breitensportbereich lässt den Vorstand zuversichtlich in die Zukunft schauen … sogar bis ins Jahr 2020. Dann feiert die DJK das 100-jährige Bestehen (sicher) mit einem riesengroßen Fest.